Tagesgedanken: Schöpfer meiner Welt

Und da ein Baum lebt…macht er mit Sicherheit auch ein Geräusch. Ein Seufzen oder etwas ähnliches dürfte akustisch vorhanden sein. Und wenn nicht. Einfach Stille im Kopf. Eines der schönsten Geräusche überhaupt. Und Respekt und Demut als begleitende Gefühle.

Denkzeiten - Philosophie der Lebenskunst

Bei Heinz von Förster las ich mal, ein Baum, der umfalle, mache kein Geräusch, wenn es keiner hört. Das widersprach allem, was ich logisch fand. Das Geräusch, so dachte ich, hängt ja nicht von meinem Hören ab, sondern vom Umfallen. Nicht ich produziere dieses Geräusch, sondern der Baum. Er gleitet durch die Luft, trifft beim Fallen auf andere Äste, schlägt auf dem Boden auf. All das produziert Geräusche. So gedacht, käme es nicht drauf an, ob ich da bin, es zu hören, oder nicht. Ich war überzeugt. Doch stimmt das wirklich? Existiert ein Geräusch, das keiner hört?

Simone de Beauvoir hatte den gleichen Gedanken in ihrem Roman «Sie kam und blieb»:

«Wenn sie nicht da war, existierte alles das, der Staub, das Halbdunkel, die trostlose Öde für niemand, es existierte überhaupt nicht… Solche Macht hatte sie: ihre Gegenwart riss die Dinge aus ihrem Nichtsein heraus, gab ihnen Farbe und Duft.»

Ursprünglichen Post anzeigen 226 weitere Wörter

Veröffentlicht von Jürgen Gielsdorf

Von Haus aus Buch und Weinhändler. Dann Fachkraft für Inklusion. Aber der schönste Beruf der Welt. Vater von drei tollen Jungs. Ich liebe Bücher, Musik, Kunst, Natur, Politik, Geschichte und Philosophie. Die anderen Themen klammere ich jetzt einfach mal aus.

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