Das Messer, die Zunge und der Widerstand der Frauen: „Die Stimme meiner Schwester“ von Itamar Vieira Junior erzählt von Ausbeutung in Brasilien

Wichtiger und kluger Beitrag.

Bücheratlas

Den Traum von einem freien Leben träumen die Frauen im Roman von Itamar Vieira Junior. Foto: Bücherartlas

Das Messer der Großmutter Donana ist einfach zu verlockend, als es im Koffer liegen zu lassen. Während die Erwachsenen irgendwo auf der Fazenda Agua Negra im Nordosten Brasiliens ihrer Knochenarbeit nachgehen, nehmen die sieben Jahre alte Bibiana und ihre ein Jahr jüngere Schwester Belonísia die Rarität mit dem Elfenbeingriff unter die Lupe. Erst steckt sich Bibiana die Klinge in den Mund, um deren Geschmack zu kosten, dann macht es Belonísia ihr nach. Dabei unterläuft dem Mädchen ein fatales Missgeschick: Es schneidet sich die Zunge ab. Belonísia wird nie mehr sprechen können. Aber wir werden noch einiges von ihr hören.

Moderne Sklaverei

Die Geschichte des Autors, der 1979 in Salvador da Bahia geboren wurde, handelt von schweißtreibender Ausbeutung im kargen Sertão, von Gewalt und Rassismus – und vom sich allmählich formierenden Widerstand gegen das…

Ursprünglichen Post anzeigen 653 weitere Wörter

Veröffentlicht von Jürgen Gielsdorf

Von Haus aus Buch und Weinhändler. Dann Fachkraft für Inklusion. Aber der schönste Beruf der Welt. Vater von drei tollen Jungs. Ich liebe Bücher, Musik, Kunst, Natur, Politik, Geschichte und Philosophie. Die anderen Themen klammere ich jetzt einfach mal aus.

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